Karin Germer Cinches

Mein Name ist Karin Germer und ich bin seit gut 4 Jahren mit dem Herstellen von Mohair Cinchen beschäftigt. Ich kam dazu wie die Jungfrau zum Kind.
Über meine Freundin und Reitlehrerin Bigi Eide bin ich auch mit Monika Janczikowski, Adrian Heinen und Lilian Baukau bekannt/befreundet. Ich habe wohl irgendwann mal einen Post geliked und ich habe gefragt, wie man denn diese Gurte macht. Über eine Bekannte von Lilian und Monika kam ich in eine Gruppe von Cinchmakern und war überwältigt von der Handwerkskunst und der Vielfalt.
Ich selbst war 28 Jahre lang Friseur, was ich aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr tun darf. Als Handwerker fehlte mir das kreative Arbeiten sehr. Ich bekam sehr viel Unterstützung und schon bald war ich dabei. Zuerst versuchte ich, Mohair von dieser Stärke in Deutschland zu beziehen. Was nicht möglich ist. Die Angoraziege, deren Langhaar wir verarbeiten, kann hier nicht so gut leben, denn es ist zu kalt hier. Zu Übungszwecken habe ich dickes Makrameegarn benutzt, um die Techniken zu trainieren. Der Support von den Mitgliedern der Gruppe war irre. Ich bekam Mohair aus Australien geschickt. Ich konnte alles fragen. An einem Tag fragte mich die Autorin eines Buches über die Kunst der Cinchmacherei, ob sie mir eine Kopie ihres Manuskripts schicken dürfe, weil sie wissen wollte, ob eine Person, die nicht englisch als Muttersprache hat, ihre Anleitungen verstehen kann. Das war eine sehr große Ehre und ich hüte es wie meinen Augapfel.
Es dauerte eine gute Weile, bis ich den ersten Cinch verkauft habe. Ich habe meiner Freundin Bigi 2 Cinche gemacht, einen für Lilian und irgendwann fragte mich Jeff Sanders, ob ich die Cinche nach altem Vorbild machen kann. Er schickte mir Bilder und wir haben uns darüber unterhalten, wie die gebaut sind. Er erzählte mir, was er wusste und ich habe es so gut wie möglich umgesetzt. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich bisher machen durfte. Ich habe mittlerweile auch Aufträge von den Distanzreitern, denn deren Pferde scheinen öfter mal Probleme mit den Neoprengurten zu haben.
Ich mache das noch nicht hauptberuflich, denn ich habe noch ein anderes Betätigungsfeld. Aber es wird stetig mehr und ich freue mich sehr. Zukünftig möchte ich auch Breast collars machen. Und ich färbe das Mohair teilweise auch selbst. Es gibt fast keine Limits, was Farben und Designs angeht. Durch mein großes Interesse an den Ureinwohnern Nordamerikas sind mir die Muster und Patterns geläufig. Und es ist befriedigend, etwas mit den Händen zu schaffen. Ich habe mich auch mal im Hitchen versucht, aber ich bin besser bei der Arbeit mit dem Mohair. Ich hoffe, dass ich noch lange schöne Gurte und Cinche machen kann. Ganz nach Wunsch des Kunden.